Und so werden an jedem Standort des Netzwerks standardisierte Metallproben ausgelagert, beispielsweise aus wetterfestem Stahl oder aus Titanzink, einem der wichtigsten Dachbaustoffe. «Titanzink ist auf dem Bau beliebt, weil es komplett recyclebar ist. Für den Gebäudeerhalt macht es dabei einen erheblichen Unterschied, ob das Metalldach und die Dachrinnen nach 40 oder erst nach 80 Jahren ersetzt werden müssen», so Hans. Der Standort in der Schweiz auf dem Chaumont, dem Hausberg der Stadt Neuenburg, ist dabei quasi das Musterbeispiel im «ICP Materials»-Verbund: Die «ausgewilderten» Proben korrodieren praktisch ohne schädliche Einflüsse aus der Umwelt, sondern lediglich aufgrund der rein natürlichen Redoxreaktion von Metall, Wasser und Sauerstoff. Am anderen Ende der Skala befanden sich zu Messbeginn Industriestandorte wie das deutsche Bottrop und das tschechische Kopisty. In Kopisty konnten die Korrosionsforscher im Jahr 1987 ein halbes Kilo Rost von einem Quadratmeter Stahl kratzen. Heute sieht es indes an allen Standorten besser aus. In Industriegebieten gehen pro Jahr zwischen 100 und 150 Gramm Stahl pro Quadratmeter verloren. Auf dem Chaumont rosten zeitgleich gerade mal 30 Gramm.
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Metallkorrosion an Gebäuden: Wer rostet, der kostet
Zur Ursachenforschung und für einen nachhaltigen Schutz von Bauten, die auch in Zukunft noch stehen sollen, liefert Ulrik Hans in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) Daten zur Korrosionsgeschwindigkeit an das «ICP Materials»-Netzwerk.