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KI-Assistenz für das Schweizer Parlament: PIA startet in die Pilotphase
Die Verwaltungsdelegation hat am Freitag, 4. September 2026, dem Pilotbetrieb von PIA, einer KI-Assistenz für das Schweizer Parlament, zugestimmt. PIA wird den Ratsmitgliedern ab der Herbstsession 2026 zur Verfügung stehen.
Künstliche Intelligenz (KI) verändert die Art und Weise, wie wir arbeiten. Sie eröffnet neue Möglichkeiten, ihr Einsatz wirft aber auch wichtige Fragen zur Datensicherheit, zur Datensouveränität und zum verantwortungsvollen Umgang mit sensiblen Informationen auf. Für das Schweizer Parlament gelten in diesen Bereichen besonders hohe Anforderungen. Frei verfügbare KI-Tools erfüllen diese Anforderungen oftmals nicht und dürfen von den Ratsmitgliedern und Mitarbeitenden daher nur eingeschränkt eingesetzt werden. Das Parlament und die Parlamentsdienste wollen dennoch mit der technologischen Entwicklung Schritt halten und den sicheren, verantwortungsvollen und nutzbringenden Einsatz von KI prüfen. Die Verwaltungsdelegation (VD) hat an ihrer Sitzung vom Freitag, 4. September 2026, deshalb dem rund einjährigen Pilotbetrieb von PIA zugestimmt. PIA steht für «Parlamenti Intelligentia Artificialis» – auf Deutsch «Künstliche Intelligenz des Parlaments». Für den Pilotbetrieb sind, abhängig von der Nutzungsintensität, Kosten bis maximal 150 000 Franken vorgesehen, die über das bestehende IT-Budget der Parlamentsdienste gedeckt werden. PIA richtet sich an die Ratsmitglieder, deren persönliche Mitarbeitende, die Fraktionsmitarbeitenden sowie die Mitarbeitenden der Parlamentsdienste. Das Tool wird in der Herbstsession 2026 eingeführt. Gleichzeitig hat die VD ein Merkblatt zum verantwortungsvollen Umgang mit KI verabschiedet. Dieses hält die wichtigsten Grundsätze für den Einsatz von KI-Anwendungen im parlamentarischen Umfeld fest. Während der Herbstsession stehen Spezialistinnen und Spezialisten zur Verfügung, um die Fragen der Ratsmitglieder zur Anwendung von KI zu beantworten. Betrieb und Datenspeicherung in der Schweiz Das Pilotprojekt wird in Zusammenarbeit mit Swisscom umgesetzt. Die in PIA eingegebenen Daten werden nicht für das Training von KI-Modellen verwendet. Die Nutzerinnen und Nutzer können aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Modellen (Open-Weight-Modelle) wählen. Diese werden laufend um neue Modelle ergänzt. Derzeit eignen sich die verfügbaren Modelle vor allem zur Verarbeitung von Kommissionsunterlagen. Eine umfassende Internetrecherche oder Abfragen von aktuellen Daten sind derzeit nicht möglich. Der Betrieb und die Datenspeicherung erfolgen ausschliesslich durch Swisscom in der Schweiz. Damit trägt PIA den hohen Anforderungen des Parlaments an Datenschutz und Datensouveränität Rechnung. PIA ersetzt andere KI-Anwendungen nicht vollständig, sondern ist vielmehr als sichere Ergänzung der bestehenden Tools für Anwendungsfälle mit besonders hohen Anforderungen an Datensicherheit und Datensouveränität gedacht. So können mit PIA beispielsweise Kommissionsunterlagen bis und mit Klassifizierungsstufe «INTERN» verarbeitet werden. Auftrag der VD Während der Pilotphase soll geklärt werden, wie KI die parlamentarische Arbeit sinnvoll unterstützen kann. Dazu wird die Nutzung von PIA evaluiert, werden mögliche Anwendungsbereiche geprüft und wird die Marktentwicklung laufend beobachtet. Ausgangspunkt für die Prüfung einer parlamentseigenen KI-Assistenz war unter anderem die inzwischen zurückgezogene Motion 25.3530 der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrates (SiK-N). In diesem Zusammenhang befassten sich die VD, die Gruppe Parlaments-IT der Bundesversammlung (PIT) und die Ratsbüros Ende 2025 mit der Frage, wie die Ratsmitglieder durch eine KI-Assistenz unterstützt werden könnten. Am 12. März 2026 beauftragte die VD die Parlamentsdienste, eine sichere und pragmatische Lösung zu erarbeiten. Am 4. September 2026 stimmte sie dem Pilotbetrieb von PIA zu. Über das weitere Vorgehen wird nach Abschluss der Pilotphase auf der Grundlage der Evaluationsergebnisse entschieden. Eine allfällige Anschlusslösung würde im Rahmen eines Ausschreibungsverfahrens beschafft.
Auskunft: Ressort Information & Redaktion Parlamentsdienste [email protected]